Lloydhalle in Bremerhaven, Abfahrtstation der Auswanderer, 1897
Die Lloydhalle als Diorama, um 1900

Höhepunkt

Im Jahr 1897 wurden in Bremerhaven neue Häfen und eine neue Abfertigungsanlage für Passagiere in Betrieb genommen. Mit der gleichzeitigen Zunahme der osteuropäischen Auswanderung wurde Bremerhaven in der Folgezeit der größte europäische Auswandererhafen. Mehr als 200.000 Auswanderer jährlich verließen über Bremerhaven Europa.

Vor allem der Norddeutsche Lloyd Bremen war für den Höhepunkt des Auswanderergeschäfts zwischen 1897 und 1914 verantwortlich. Mit dem Anstieg des Auswanderer- und Tourismusverkehrs entwickelte sich die Bremer Reederei, die in Bremerhaven ihr operatives Geschäft abwickelte, zur weltweit größten Reederei. Die berühmten Vierschornsteindampfer des Lloyd setzten neue Maßstäbe in der Passagierschifffahrt.

In Bremerhaven befanden sich die modernsten Hafenanlagen sowie die größten Schleusen und Docks der Welt. Der Fortschrittsglaube an die Weiterentwicklung des Überseeverkehrs war ungebremst. Der Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-1918) setzte dieser Glanzzeit ein Ende.